Gedanke zu 2018

Wie lange steigt der Markt?

Es ist auch bei uns an der Zeit sich für 2018 Gedanken zu machen. Viele Interessante Gespräche konnte ich in diesem Monat u.a. in Frankfurt führen und die Bandbreite der Erwartungen war enorm. Vom „Absturz“ bis zu nie endenden Hausse war eigentlich so ziemlich alles dabei. Grundsätzlich stimmen die Markttrends der großen Indizes weiterhin. Das gilt für große Indexverbände wie dem S&P 500 oder auch den DAX. Das gilt aber gleichzeitig auch für kleinere Märkte wie dem Russel 2000 oder dem MDAX. Andere Asset Klassen wie Währungen oder z.B. der Ölpreis unterliegen oft eigenen Regeln und die Trends sind oftmals sehr viel kürzer, aber auch langfristig zu nutzen.

Kritische Zeichen an der NASDAQ?

Viele Marktteilnehmer bemängeln schon lange die angeblich zu hohen Bewertungen der US-Technologietitel in den USA. Auf was sich die Damen und Herren beziehen ist jedoch höchst unterschiedlich. Einige argumentieren mit dem KGV und andere mit der generellen Marktkapitalisierung, also dem Wert der Unternehmen. Ist ein Unternehmen 900 Milliarden US-Dollar wert? Nun schaut man sich den Aktienkurs im Jahr 2017 an, scheint der Markt das genau so zu sehen. Dennoch begann es gestern in New York zu knistern. Das erste Mal konnten Verkäufe in beträchtlichem Umfang beobachtet werden und Tagesabschläge von bis 3,5 Prozent lösten Aktienwerte von 100 Milliarden US-Dollar einfach in Luft auf. Auf eine Marktkonsolidierung warte auch ich schon lange und man schaut einfach einmal viele Jahre zurück in welchem Umfang so etwas abläuft. Interessant war auch dahingehend die Entwicklung von SAP am gestrigen Tage, die sich am Nachmittag so gar nicht mehr erholen wollte. Ob wir aber wirklich einen Ansatz zu einer Trendwende sehen ist derzeit noch zu früh, für eine Spekulation.

S&P 500 als Signalgeber

Einige bekannte Markttechniker wie auch ich sehen den S&P 500 aktuell in einer Top-Bildung, also dem Erreichen eines wichtigen Hochpunktes. Wie komme ich da drauf? Wir haben einige Divergenzen in Indikatoren wie z.B. dem RSI, der die relative Stärke misst und diese ist abnehmend. Wir haben weiter bei Trendindikatoren abnehmende Stärke. In den USA sind zudem die Börsenprofis optimistisch wie nie: Der „Investor Intelligence Bullish Consensus“ weißt einen Wert von über 60 Prozent aus, was historisch gesehen ein sehr extremer Wert ist. Ergänzend haben wir eine abfallende Marktbreite im S&P 500, es steigen immer weniger Aktien und immer weniger Aktien steigen auf neue Jahreshoch. Das reicht natürlich nicht zwangsläufig für einen Trendbruch, aber historisch gesehen für einen stärkeren Rückgang von bis zu 5 Prozent. Das Alles ist noch kein Beinbruch und berührt auch nicht den generellen Trend der Indizes. Von dieser Seite ist also alles noch in Ordnung und der Markt unterlegt trotz kurzfristiger Aussichten seine bullische Haltung.

Der DAX und sein Autoproblem

Auch der DAX scheint aktuell etwas schwach auf der Brust zu sein. Bei 13500 war zunächst einmal Endstation. In Frankfurt spricht man von „fehlender Munition“, also der Bereitschaft frisches Geld in den Markt zu stecken. Zudem lasteten die Autowerte lange Zeit auf den Index. Das hat sich in der jüngsten Vergangenheit etwas gebessert, zeigt ab auch an, wie abhängig der DAX aktuell von diesem Sektor ist. Die Wetten gehen auch hier sehr weit auseinander: Von „Automobilunternehmen brauchen wir nicht“ bis auf die Aussage, dass man es „bei E-Mobilität schon schaffen werde“. Aber und das ist immer die wichtigste Erkenntnis: Der Markt, abgebildet durch den Chart zeigt den Weg an und er hat einfach immer recht!

Sven Kleinhans
Momentum Institutional GmbH

 

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