Noch ein paar Bemerkungen zum Gesamtmarkt und dem Umfeld

Noch ein paar Bemerkungen zum Gesamtmarkt und dem Umfeld

Bei Xetra-Umsätzen von unter 3 Milliarden Euro im DAX, kann sich kein neuer, nachhaltiger Trend entwickeln. Das Auslandskapital steht also an der Seitenlinie und von den heimischen Kapitalsammelstellen erwarte ich so oder so gar nichts. Nach acht Jahren Dauerhausse braucht man jetzt auch keinen Investitionsausschuss der über DAX-Investments diskutiert. Es wurde schlicht und einfach verschlafen.

Da bringt es auch relativ wenig, dass die Bundesregierung die Wachstumsprognose auf 2 Prozent erhöht und die Amateurin im BWM von einem „unendlich-Boom“ schwadroniert. Schon irre, was in diesem Land neuerdings als Boom verkauft wird. Zumal man mittlerweile von höheren Strompreisen für die Bevölkerung ausgeht. Das muss man sich wirklich mal geben: Das Land steuert auf eine Stromknappheit zu! Da kann man den Protagonisten nur gratulieren, zu so viel Weitsicht. Ähnlich wie die Aktieninvestments oder besser gesagt „Nicht-Investments“ der hiesigen Szene.

Wie es gemacht wird zeigt gestern Blackrock, unbestrittener weltgrößter Vermögensverwalter und unbestrittener ETF-Marktführer. Der Gewinn klar über den Erwartungen und die Zuflüsse halten scheinbar weiter an, wenn auch langsam die Kritik an ETF´s zunimmt, was ich ausdrücklich nachvollziehen kann. Das Blasenprodukt ETF gerät immer mehr in´s Kreuzfeuer und es stellt sich die Frage, was passiert, wenn diese passiven Investments auch nur teilweise aufgelöst werden???

Die Analysten von Bernstein (die ich ausdrücklich Schätze) haben heute auch noch einmal Öl ins Feuer gegossen und sowohl die Deutsche Lufthansa wie auch Volkswagen zum Kauf empfohlen mit weitergehenden Kurszielen von 30 Euro und 180 Euro. In diesem Fall ist das für mich nicht mehr nachvollziehbar. Dennoch bewilligt der Markt eine solche Bewertung, die fortgerechnet noch günstig erscheint und weniger mit Air Berlin zu tun hat.

Die Euphorie im Autosektor teile ich derzeit ebenso wenig, wenn ich auch davon überzeugt bin, dass es die deutschen Hersteller nun doch begriffen haben.

Die weiterhin hohen Marktbewertungen Im Technologiesektor lassen mich ebenfalls mit der Stirn runzeln, weil sich schlicht und ergreifend die Frage stellt: Wie viel spekulatives und gehebeltes Kapital steckt in diesen Werten? Ich hatte in diesem Zusammenhang auf die Höhe der mit Kredit gekauften Aktienbestände hingewiesen. Der Markt geht unverändert von einer weiteren Zinserhöhung im Dezember aus und die Frage muss gestellt werden, wie sich die Zinssätze mittelfristig entwickeln und welche Konsequenzen sich für spekulative Investments ergeben.

Es gilt weiter Wachsam zu bleiben, euer

Sven Kleinhans

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